Thiamin (Vitamin B1)
Lokale Vorgaben des ÄLRD MKK entsprechend §4 Abs. 2 Nr. 2c NotSanG.
Kompetenzniveau MKK
- Alkoholassoziierter Status epilepticus
- Hypoglykämie bei Alkoholkrankheit
- Schwere Mangelernährung
- Überempfindlichkeit
- Gabe < 2 Wochen zuvor
- 100 mg i.v.
- Wichtiger Co-Faktor im Kohlenhydratstoffwechsel
- Schützt vor Wernicke-Enzephalopathie
- Überempfindlichkeitsreaktionen
- Anaphylaxie
Klinische Vitamin-B1-Mangelzustände
Eine Vitamin B1-Reserve ist unabdingbar für die Glucoseverstoffwechslung im Gehirn – ansonsten sind durch eine intrazelluläre Azidose Schädigungen des Gehirns möglich – daher in Notfallsituationen mit unklarer Bewußtseinsstörung (Status epilepticus, Delir, Koma, ...) und fraglichen Ernährungsstörungen 100 mg Thiamin mit / vor Glukose intravenös geben.
Die Symptome des voll ausgeprägten Vitamin-B1-Mangels (Beriberi) sind periphere Neuropathien mit Sensibilitätsstörungen, Muskelschwäche, zentralbedingte Koordinationsstörungen, Ataxie, Paresen sowie psychische, gastrointestinale und kardiovaskuläre Störungen.
Man unterscheidet die trockene Form der Vitamin-B1-Avitaminose von der feuchten Form. Bei der letztgenannten finden sich zusätzlich ausgedehnte Ödeme. Beim chronischem Alkoholismus kann Vitamin-B1-Mangel zu Kardiomyopathie mit Dilatation des rechten Ventrikels, Polyneuropathie, Wernicke-Enzephalopathie und zum Korsakow-Syndrom beitragen.
- Zusammensetzung: 100 mg / 2 ml
Informationen
Main-Kinzig-Kreis
Algorithmen und Medikamente